Stresssignale in Belastungs- und Krisenphasen wahrnehmen
- 15. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn der Körper früher reagiert als du
„Eigentlich geht es noch.“ Du funktionierst. Du erledigst, was ansteht und nach aussen wirkt nichts dramatisch. Du führst Gespräche, triffst Entscheidungen und organisierst den Alltag.
Aber es ist anders geworden.

#1: Eigentlich geht es noch
Eigentlich merkst Du, dass etwas nicht stimmt. Etwas macht sich bemerkbar. Vielleicht ist der Schlaf ist schlechter geworden, oder der Nacken härter und der Atem flacher. Man fängt an, überall ein paar Abstriche zu machen. Relativiert, schiebt es auf äussere Umstände und Anstrengungen und setzt auf die Hoffnung, dass es bald wieder besser wird. Ich kenne das.
Menschen mit hohem Verantwortungsgefühl können noch lange "Dinge erledigen".
In solchen Phasen reagiert der Körper oft früher als der Verstand bereit ist, etwas als Belastung anzuerkennen. Während dem du dir noch erklärst, dass es gerade einfach eine intensive Phase ist, zieht dein Nervensystem bereits die Alarmstufe etwas höher.
#2: Stresssignale früher wahrnehmen
Das ist ein entscheidender Moment. Der Körper reagiert nicht zufällig und es lohnt sich hinzuhören. Gereiztheit, Müdigkeit und innere Unruhe sind diffuse Signale. Aber sie sind eine Rückmeldung, dass etwas nicht mehr stimmig ist.
Stress ist ein so allgemeiner Begriff, dass dazu geneigt wird, ihn zu verharmlosen. Folgen werden oft erst ernst genommen werden, wenn ärztlich messbare Einschränkungen vorliegen. Manchmal ist es so eine Huhn-Ei Frage: Was war zuerst da? Der Stress oder die Einschränkung? Ich vertrete einen pragmatischen Ansatz: Sich um Stressreduktion zu kümmern lohnt sich immer. Unabhängig davon, was zuerst da war.
Reagiere nicht erst dann, wenn alles zusammenbricht. Dein Nervensystem meldet sich, bevor etwas komplett kippt. Genau darin liegt eine Chance.
Ausgangslagen gibt es viele: Überforderung, ein Konflikt der länger nachwirkt, eine Verantwortung die schleichend gewachsen ist, ein Anspruch an dich selbst der nie Pause macht oder eine unvorhersehbare Veränderung im Leben. Solange du «nur» weiter funktionierst, bleibt das im Hintergrund.
#3: Innehalten statt Durchhalten
Verankerung beginnt nicht mit einem weiteren Tun, sondern mit einem ehrlichen Innehalten:
Was signalisiert mir mein Körper gerade? Und was davon habe ich bisher nicht ernst genommen?
Diese Fragen sind kein Luxus. Sie entscheiden, ob du früh reagierst oder erst dann, wenn nichts mehr geht. Wer lernt, diese Stresssignale wahrzunehmen und einzuordnen, gewinnt Orientierung - bevor deine Ampel auf Rot springt.
Manchmal fällt genau dieses Innehalten alleine schwer. Weil "es ja noch geht" und das Funktionieren über lange Zeit zu einem verlässlichen Wert wurde.
Dann kann es hilfreich sein, gemeinsam hinzuschauen. Melde dich und wir schauen hin, was sich zeigt und jetzt zuerst Stabilität braucht. Mehr zu meinen Begleitangeboten findest du hier: Krisencoaching und Ressourcen- und Stärkencoaching.


