top of page

Der ganz normale innere Wahnsinn in Krisenzeiten

  • 19. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Grübeln unter Stress und innere Überforderung verstehen.


Je mehr Denken, umso mehr Lösungen? So funktioniert das leider nicht. In Krisenzeiten beginnt sich das Denken oft im Kreis zu drehen. Unter anhaltendem Stress übernimmt der Kopf die Kontrolle und das ist meist zuviel des Guten: Die "Grübelfalle" schnappt zu.


Reflexion aus der Coachingpraxis zu Belastung und Krisensituationen

Im Zentrum des Geschehens steht ein reales Problem. Das kann eine schwierige Entscheidung, ein Konflikt, eine berufliche Unsicherheit oder eine andere Herausforderung sein. Etwas, das geklärt werden muss.


Also beginnst du zu denken.


Du strukturierst, sortierst, wägt ab. Das macht Sinn. Doch unter dem anhaltenden Druck verändert sich die Art des Denkens und das lässt das Problem weiterwachsen. Statt kleiner zu werden, verzettelt sich das Ganze. Es kommen Nebenstränge dazu und immer neue Varianten tauchen auf. Viele Gedanken drängen sich in den Vordergrund und beanspruchen immer mehr Raum.


Eigentlich willst Du nur das Problem sauber lösen. Gleichzeit merkst du, wie deine Energie langsam schwindet.


Wenn Denken den Halt ersetzt


Und irgendwann kippt es.

Die Gedanken wiederholen sich. Varianten werden durchgespielt, verworfen, neu zusammengesetzt. Am Abend fällt dir das Abschalten schwer und tagsüber hast Du keinen klaren Kopf mehr. Du fühlst dich ausgelaugt und gleichzeitig umtriebig. Was als Lösungsversuch begann, wird zur Belastung.


Exzessives Nachdenken vermittelt kurzfristig Kontrolle. Man ist dran, tut etwas. Langfristig kostet es dich inneren Halt.


Es ist nachvollziehbar, dass dein Nervensystem unter Daueranspannung versucht Sicherheit herzustellen. Aber das Grübeln verschafft dir keine tragfähige Orientierung. Und ohne Orientierung gibt es keine innere Stabilität und ohne diese wird jede Entscheidung schwer.


Was in Krisenzeiten zuerst wieder entstehen muss


Der Ausstieg aus der Grübelfalle beginnt nicht mit noch mehr Analyse. Er beginnt mit der Wiederherstellung von innerem Halt. Solange alles auf schnelle Lösungen ausgerichtet bleibt, verstärkt sich die Schleife. Es braucht eine Unterbrechung, ein bewusstes Innehalten.


Statt sich weiter zu fragen, was die richtige Lösung ist, wird ein anderer Fokus benötigt. Einer, der sich auf dich selbst richtet.

  • Was genau stresst mich hier? Ist es das Problem selbst oder ein innerer Anspruch?

  • Fürchte ich reale Folgen oder die Ungewissheit?

  • Wo im Körper zeigt sich die Anspannung?

  • Was erweist sich auch unter Druck als tragfähig?

  • Was tut mir jetzt gut?


Solche Fragen verschieben den Schwerpunkt. Du gehst wieder in Kontakt zu dir selbst und deiner Selbstführung. Wer versteht, wie Grübelstress im eigenen Nervensystem wirkt, kann gezielt gegensteuern. Nicht mit noch mehr Denken, sondern mit bewusster Regulierung.


Daraus entsteht wieder Boden. Innerer Halt. Tragfähigkeit.


Der wertvolle Aussenblick


Alleine bleibt man oft im eigenen Dilemma gefangen. Man kennt die Argumente und die Gegenargumente. Am Schluss dreht man sich immer noch, nur strukturierter.


Ein professioneller Gesprächsraum bringt etwas anderes: Klärung, Resonanz und einen differenzierten Blick von aussen. Im Coaching in Krisensituationen geht es genau darum, diesen Raum herzustellen. Wenn klar wird, was tatsächlich bedrohlich ist, was verlässlich bleibt und wo dein Einfluss liegt, verändert sich der innere Zustand spürbar.


Zuversicht entsteht nicht einfach durch positives Denken. Sie entsteht, wenn Halt wieder erlebbar wird.


Das ist Verankerung.

Gefällt Dir der Beitrag? Hast Du noch Fragen? Dann schreib mir doch einfach. Ich freue mich auf den Austausch mit Dir. 

bottom of page